Soziologie der Nachhaltigkeit – feldtheoretischer Blick auf Wissensregime zur Analyse von Transformationsprozessen

Stefan Böschen

Abstract


Ulrich Beck formulierte auf dem letzten Soziologie-Kongress in seiner Laudatio auf Zygmunt Bauman, dass in den meisten soziologischen Theorien es zu einem  „alternativlosen Fortschreiten und Fortschreiben der Gegenwart“ komme, obgleich sich doch die gegenwärtige Welt wieder in eine terra incognita verwandle. Deshalb sei das grundlegende Problem einer „Soziologie der Transformation“ nach Beck das folgende: „Die Theoretisierung von Transformation erfordert eine Transformation der Theorie“ – bzw. genauer des Theorieverständnisses. Nun stellt sich für eine Soziologie der Nachhaltigkeit in besonderer Weise das Problem, dass sie eine Theorie von und für Transformationsprozesse sein muss. Vor diesem Hintergrund lotet der Beitrag aus, inwieweit eine soziologische Feldtheorie das Potenzial für eine solche Theorie hat. Dabei wird im Beitrag erstens die theoretische Problemstellung unter Blick auf das Konzept der Wissensregime in einer feldtheoretischen Lesart konturiert und zweitens diese Überlegungen anhand eines konkreten empirischen Beispiels, der Untersuchung von regionalen Prozessen des Umgangs mit dem Klimawandel, erprobt.


Schlagworte


Feldtheorie; Wissensregime; Klimawandel

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Literaturhinweise


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