(Un-)vereinbare Erwartungen? – Triangulation der Perspektiven von Migrant/-innen und Vermittler/-innen im Aktivierungsprozess

Sarah Rasche

Abstract


Menschen im ALG II-Bezug müssen sich zwangsläufig mit der Behörde Jobcenter sowie den an sie gestellten Anforderungen des ‚Fördern und Forderns‘ auseinandersetzen und diese als Teil ihrer Lebenswelt akzeptieren. Nicht selten stellt das Aufeinandertreffen von Vermittler/-innen und sogenannten Kund/-innen eine problematische und belastende Situation, vor allem für letztere dar. Bekannt ist auch, dass es innerhalb der Arbeitsverwaltung zu sozialen Ungleichheiten aufgrund differenter Kapitalausstattung kommen kann (Ludwig-Mayerhofer et al. 2009). Offen ist hingegen der Einfluss von Ethnizität, wobei vermutet werden kann, dass sich die Situation für Migrant/-innen beispielsweise aufgrund geringer Sprachkenntnisse oder aber auch durch (stereotype) Konstruktionen aufseiten des Fachpersonals verschärfen kann. Mit Daten aus einem Kooperationsprojekt der Freien Universität Berlin und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nürnberg, in dem episodische Interviews mit Migrant/-innen sowie Expert/-inneninterviews mit Vermittler/-innen durchgeführt wurden, soll rekonstruiert werden, wie sich der Beratungsprozess aus der jeweiligen Position darstellt und welche Situationen problematisiert werden.


Volltext:

PDF

Literaturhinweise


Literaturverzeichnis

Bogner, A., Littig, B., Menz, W. 2014: Interviews mit Experten. Eine praxisorientierte Einführung. Wiesbaden: Springer VS (Qualitative Sozialforschung).

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) 2009: Wirkungen des SGB II auf Personen mit Migrationshintergrund. Projekt IIa1 – 04/06, Abschlussbericht. Duisburg.

Flick, U. 2014: An introduction to qualitative research. Edition 5. Los Angeles: SAGE.

Flick, U., Hans, B., Rasche, S., Röhnsch, G. 2016: Integrationsprobleme von Leistungsempfängern mit Migrationshintergrund. Unveröffentlichter Projektabschlussbericht. Berlin.

Knuth, M. (Hg.) 2010: Arbeitsmarktintegration und Integrationspolitik – zur notwendigen Verknüpfung zweier Politikfelder: eine Untersuchung über SGB II-Leistungsbeziehende mit Migrationshintergrund. Baden-Baden: Nomos.

Lipsky, M. 1980: Street-level Bureaucracy. Dilemmas of the Individual in Public Services. New York: Russel Sage Foundation.

Loriol, M., Boussard, V., Caroly, S. 2010: Ethnische Diskriminierung in Dienstleistungsorganisationen. In A. Groenemeyer (Hg.), Doing Social Problems. Mikroanalysen der Konstruktion sozialer Probleme und sozialer Kontrolle in institutionellen Kontexten. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften/Springer, 296–323.

Ludwig-Mayerhofer, W., Behrend, O., Sondermann, A. 2009: Auf der Suche nach der verlorenen Arbeit. Arbeitslose und Arbeitsvermittler im neuen Arbeitsmarktregime. Konstanz: UVK-Verl.-Ges.

Magnin, Ch. 2005: Beratung und Kontrolle. Widersprüche in der staatlichen Bearbeitung von Arbeitslosigkeit. Zürich: Seismo (Schriften zur sozialen Frage, Bd. 1).

Rosenthal, P., Peccei, R. 2006: The social construction of clients by service agents in reformed welfare administration. Human Relations, 59. Jg., Heft 12, 1633–1658.

Stern, T., Wecking, Ch., Reinecke, W. (2008): Expertise zum Thema ‚Interkulturelle Kompetenz der Job-Center‘, Endversion, Rambøll Management, http://www.ramboll-management.de/news/~/media/03BA5036745D4D8087F0453C6B4ECA79 (letzter Aufruf: 19. Januar 2015).

Weinbach, Ch. 2014: Moralische Personenkategorien als Transformationsmechanismus in politischen Dienstleistungsbeziehungen: Das Beispiel der Jobcenter-Interaktion. Zeitschrift für Soziologie, 43. Jg., Heft 2, 150–166.


Refbacks

  • Im Moment gibt es keine Refbacks


Copyright (c) 2017 Geschlossene Gesellschaften - 38. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie