Nachhaltige Arbeit. Für Alle! Eine Bestandsaufnahme aus geschlechterpolitischer Sicht

Beate Littig

Abstract


An Krisendiagnosen und Vorschlägen für politische Steuerungsmaßnahmen zur Lösung der gegenwärtigen Krise(n) mangelt es nicht. Eine ganze Reihe von Beiträgen zum Krisendiskurs geht auch auf ökologische und soziale Problemlagen. Trotz großer Unterschiede sowohl hinsichtlich der Diagnose der Krisenursachen als auch hinsichtlich der Lösungsmöglichkeiten nimmt das Thema Arbeit in den Diskussionen  inzwischen breiten Raum ein. Vage oder unberücksichtigt bleiben in den Zukunftsentwürfen oftmals Fragenstellungen ihrer geschlechterpolitischen Implikationen. Geschlechterpolitik war von Beginn an Teil des internationalen Nachhaltigkeitsdiskurses, dessen grundlegende Ziele – die Schaffung einer nachhaltig umwelt- und sozialverträglichen globalen Wirtschafts- und Lebensweise - auch beim 20-Jahr-Jubiläum in Rio (2012) noch einmal bestätigt wurden. Insofern sind Konzepte oder Szenarien, die sich als Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung verstehen, auch an gleichstellungspolitischen Maximen zu messen. Der Beitrag  skizziert die maßgeblichen Entwürfe zukunftsfähiger Arbeit bzw. Arbeitsgesellschaften auch hinsichtlich ihrer  geschlechterpolitischen Implikationen, Voraussetzungen und Konsequenzen.

Schlagworte


Arbeit; Nachhaltigkeit; Geschlecht; green economy; green jobs

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